Einbürgerungstest oder Leben in Deutschland: ein Test, zwei Grenzen
8. Oktober 2026
"Leben in Deutschland" und "Einbürgerungstest" sind zwei Namen für denselben Test. Gleicher Fragenkatalog, 33 Fragen, 60 Minuten, vier Antworten pro Frage. Der Name hängt daran, wofür du die Bescheinigung brauchst.
Nur bei einer Zahl unterscheiden sich die beiden, und genau diese Zahl kostet Leute ihre Einbürgerung.
Die eine Zahl, die den Unterschied macht
Es gibt zwei Grenzen:
- 15 von 33 richtig: der Test ist bestanden, du hast den Integrationskurs abgeschlossen.
- 17 von 33 richtig: du hast zusätzlich den Nachweis, den die Einbürgerung verlangt.
Mit 15 oder 16 richtigen Antworten bist du also in einer Zwischenlage: Kurs bestanden, Einbürgerungsnachweis nicht. Du hast dann nichts falsch gemacht und musst den Test trotzdem noch einmal machen, wenn du die Einbürgerung willst.
Wenn du den Test also sowieso machst, ziele auf 17, nicht auf 15. Das ist dieselbe Vorbereitung, nur zwei Fragen mehr.
Welchen Namen trägt mein Test?
- Du machst einen Integrationskurs. Der letzte Teil davon ist der Orientierungskurs, und er endet mit dem Test "Leben in Deutschland". Das ist in der Kursgebühr enthalten.
- Du brauchst nur den Nachweis für die Einbürgerung. Dann machst du denselben Test als Einbürgerungstest, direkt bei einer Prüfstelle, für 25 Euro. Einen Kurs musst du dafür nicht besuchen.
Ein dritter Test existiert nicht. "Orientierungskurstest", "Integrationstest", "Leben in Deutschland Test", das sind alles Namen für denselben Bogen aus demselben Katalog.
Was der Test nicht ist
Der Einbürgerungstest ist kein Sprachtest. Für die Einbürgerung brauchst du zwei verschiedene Nachweise:
- Sprache: ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache. Verlangt ist die Stufe B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens.
- Rechts- und Gesellschaftsordnung: Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland. Das ist der Einbürgerungstest.
Für die Sprache gibt es einen eigenen Test, den Deutsch-Test für Zuwanderer. Der Einbürgerungstest fragt kein Deutsch ab, sondern Inhalte. Nur sind die Fragen auf Deutsch gestellt, und daran scheitern Leute, die den Inhalt kennen.
Für beide Fälle gilt derselbe Katalog
Egal welcher Name auf der Bescheinigung steht: geübt wird aus einem Katalog. 300 Fragen für den Bund, 10 pro Bundesland, 460 insgesamt, 310 für dich. Der Katalog ist öffentlich, und das BAMF veröffentlicht ihn als PDF.
Wer den Katalog durchgearbeitet hat, trifft beide Grenzen. Wer auf 15 zielt, hat bei 16 richtigen Antworten Pech gehabt.
Häufige Fragen zum Unterschied
Ist der Test Leben in Deutschland derselbe wie der Einbürgerungstest?
Ja. Derselbe Fragenkatalog, dieselben 33 Fragen, dieselben 60 Minuten. Unterschiedlich ist nur, wofür du die Bescheinigung brauchst, und die Zahl der richtigen Antworten, die dafür reicht.
Wie viele richtige Antworten brauche ich?
15 von 33 für den Test am Ende des Integrationskurses, 17 von 33 als Nachweis bei der Einbürgerung (Abschlussprüfung des Integrationskurses).
Zählt mein Test aus dem Integrationskurs für die Einbürgerung?
Wenn du 17 oder mehr Fragen richtig hattest, ja. Mit 15 oder 16 hast du den Kurstest bestanden, den Nachweis für die Einbürgerung aber nicht.
Ist der Orientierungskurstest ein dritter Test?
Nein. Der Test Leben in Deutschland ist die Abschlussprüfung des Orientierungskurses, also des letzten Teils des Integrationskurses.
Hat das etwas mit dem Sprachtest zu tun?
Nein. Der Deutsch-Test für Zuwanderer prüft Deutsch, der Einbürgerungstest prüft Rechts- und Gesellschaftsordnung. Für die Einbürgerung sind das zwei getrennte Voraussetzungen.
Starte mit einem kostenlosen Übungstest
Alle offiziellen Fragen, Prüfungssimulation, Erklärungen in deiner Sprache. Ohne Kreditkarte, ohne Abo.
Kostenlosen Übungstest starten